1,6 Mrd. € in 16 Tagen sind rund 7,7 Mio. € je Öffnungsstunde. Die ganze Region München erwirtschaftet am Tag etwa 700 Mio. €.
Sechzehn Tage, 7,4 Millionen Besuche, 6,7 Millionen Maß. Dann ist es vorbei, und die Stadt hustet. Was hat das Fest gekostet, wer hat verdient, und wer zahlt die Zeche?

Rund 2,7 Millionen verschiedene Menschen waren auf der Wiesn, acht von zehn gehen ins Zelt. Wie viele sich dort anstecken, ist geschätzt und nicht gemessen. Stell die Annahmen selbst ein.
Bei „Vorsichtig“ stehen alle Regler am unteren Rand, bei „Heftig“ alle am oberen. Beides zugleich ist unwahrscheinlich.
Belegt ist der Wiesn-Effekt nur für Corona: 2022 stieg die Inzidenz in München von rund 200 auf fast 1.500. Für 2026 meldet das RKI ein Schnupfenviren-Jahr, 40 % der Proben sind Rhinoviren. Kinderkrankentage und weitere Ansteckungsrunden sind nicht eingerechnet.
Nur gut ein Drittel des Geldes bleibt auf der Theresienwiese. Der größere Teil landet in Hotels, Wirtshäusern, Läden und Taxis der Stadt. Echte Umsätze der Wirte und Schausteller sind nicht öffentlich, die Zahlen sind eine grobe Schätzung.

Im Schnitt bleiben rund 12 % des Umsatzes als Gewinn vor Steuern. Größter Gewinner ist die Hotellerie, deren Zimmer in den Wiesn-Wochen etwa das Dreifache kosten. Rund 60 % ihres Gewinns fließen an Ketten, Fonds und Plattformen außerhalb der Region.
Alle 1,6 Milliarden, aufgeteilt nach Verwendung.
Durchschnittspreis 2026: 15,61 €. Einkaufspreis, Pacht und Anteil der Bedienung sind geschätzt.
Die Brauereien verdienen am Wiesnbier selbst nur geschätzt 3 bis 5 Millionen Euro. Ihr Gewinn ist die Weltwerbung. Von den sechs zugelassenen Münchner Brauereien gehören Spaten und Löwenbräu zum belgischen Konzern AB InBev, an Paulaner und Hacker-Pschorr ist Heineken beteiligt, Augustiner gehört mehrheitlich einer Stiftung, Hofbräu dem Freistaat.
Wenige verdienen viel, viele zahlen ein bisschen. Das ist keine Anklage. Es ist die Verteilung, die man sieht, wenn man beide Listen nebeneinanderlegt.

Weder noch: die Stadt München. Sie darf mit der Wiesn laut Kommunalabgabengesetz keinen Gewinn machen. Umsatzpacht und Standgelder decken Sicherheit, Reinigung und Sanitätsdienst. Bei ihr bleibt vor allem die Gewerbesteuer.
Mittlere Schätzung je Wiesn in Mio. €, ohne Wiesn-Grippe. Fahr über die Balken für Spanne und Kostenträger.
Die Alkoholfolgekosten sind der bundesweite Durchschnittssatz von rund 4,50 € je Maß. Sie überschneiden sich mit Polizei, Kliniken und Verkehr. Bereinigt bleiben rund 38 Mio. €.
Rund 190 Millionen Euro Gewinn bei wenigen, rund 190 Millionen Euro Kosten bei vielen. Für die Region ist das kein Verlust. Es ist eine Verschiebung, und obendrauf bleiben rund 400 Millionen Euro Wertschöpfung hängen.

Die Wertschöpfung ist, was nach Abzug von Wareneinsatz, Mehrwertsteuer und Verdrängung in der Region bleibt (Spanne 250 bis 600 Mio. €). Die privaten Gewinne sind die Summe aus Teil 2. Die Kosten tragen Arbeitgeber, Krankenkassen, Steuerzahler, Anwohner und das Klima.
Manches lässt sich nicht messen, nur überschlagen. Fünf Rechnungen auf dem Bierdeckel. Jede nennt ihre Annahme, keine ist eine Prognose.

1,6 Mrd. € in 16 Tagen sind rund 7,7 Mio. € je Öffnungsstunde. Die ganze Region München erwirtschaftet am Tag etwa 700 Mio. €.
Ein Euro Aufschlag je Maß brächte 6,7 Mio. €, fünf Euro Eintritt je Besuch 37 Mio. €, fünf Prozent Bettensteuer 16,5 Mio. €. Zusammen fast genau der Schaden der Wiesn-Grippe.
Wie 2020 und 2021: Der Region fehlten rund 400 Mio. € Wertschöpfung. Sie sparte dafür 100 bis 190 Mio. € an Folgekosten.
2,7 Millionen Gäste mal 15,61 €. Dem stünden rund 12 Mio. € weniger Alkoholfolgekosten gegenüber. Den Wirten täte es mehr weh als den Krankenkassen gut.

Im Jahr 1950 kostete die Maß 1,70 Mark, also 87 Cent. Die Verbraucherpreise sind seither auf das 6,6-Fache gestiegen, die Maß auf das 17,6-Fache. In heutiger Kaufkraft kostet sie 2,7-mal so viel wie damals.
2020 und 2021 fiel die Wiesn wegen Corona aus. Die Werte für 2026 sind vorläufig. Die meisten Gäste kamen 2026, das meiste Bier floss 2011. Mehr Menschen trinken also weniger: Alkoholfreies Bier legte 2026 um 10,7 % zu.